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Die Arbeitnehmerveranlagung

Bei der Arbeitnehmerveranlagung gibt es einige Punkte zu beachten.

Es gibt 3 Kategorien die steuerlich zu beachten sind.

  1. Werbungskosten
  2. Sonderausgaben
  3. Außergewöhnliche Belastung

Werbungskosten

Werbungskosten sind alle Aufwendungen, Ausgaben bzw Kosten, die durch die berufliche Tätigkeit entstehen. Im Allgemeinen steht allen ArbeitnehmerInnen eine Werbungskostenpauschale in Höhe von 132 € jährlich zu. Diese wird bei der monatlichen Personalabrechnung der ArbeitgeberInnen berücksichtigt. Darüber hinaus können Sie aber auch Ausgaben, die durch die Berufsausübung entstehen als Werbungskosten steuerlich geltend machen. Manche Ausgaben können zusätzlich zur Pauschale geltend gemacht werden, andere werden mit der Pauschale gegengerechnet.

Einige Beispiele,

die mit der Pauschale gegengerechnet werden:

  • Arbeitskleidung (nur Berufs- oder Schutzkleidung)
  • Arbeitsmittel und Werkzeuge (z.B. Büromaterial, Visitenkarten, …)
  • Aus- und Fortbildung, Umschulung (Kursgebühren, Skripten, Fahrtkosten, Diäten, Nächtigungen, …)
  • Arbeitszimmer (anteilige Kosten wie Miete,..)
  • Computer (ohne besonderen Nachweis nur zu 60% auf 3 Jahre abzuschreiben)
  • Internet, Mobiltelefon (anteilig )
  • Doppelte Haushaltsführung und Familienheimfahrten
  • Fachliteratur
  • Fahrtkosten (Kilometergeld ist z.B. auch mit dem Fahrrad möglich )
  • Reisekosten (Taxi, Flugzeug, Zug, Bus, Nächtigungskosten, …

die zusätzlich zur Pauschale möglich sind:

  • Pendlerpauschale, Pendlereuro lt. Pendlerrechner-Ausdruck
  • Betriebsratsumlagen und Gewerkschaftsbeiträge
  • Sozialversicherungsbeiträge (z.B. Selbstversicherung bei Geringfügigen)

weiter Pauschalarten:

  • Werbungskostenpauschale für bestimmte Berufsgruppen (z.B. VertreterInnen, JournalistInnen, MusikerInnen , HeimarbeiterInnen, …)

Sonderausgaben

Weitere bestimmte private Ausgaben sind steuerlich begünstigt. Zu den Sonderausgaben zählen zum Beispiel freiwillige Personenversicherungen, Kosten für die Wohnraumschaffung und -sanierung oder auch Spenden und Kirchenbeiträge. Ein Teil davon ist mit einem Höchstbetrag begrenzt und bei einem Teil hängt es von der Höhe Ihres Einkommens ab, wie viel Sie absetzten können.

  • Personenversicherungsprämien (max. EUR 2.920,- pro Jahr, + EUR 2.920,- für Alleinverdiener, + EUR 1.460,- ab drei Kindern)
  • Kosten für Wohnraumschaffung und Wohnraumsanierung (gemeinsamer Topf mit Versicherungen)
  • Kirchenbeiträge bis zu EUR 400,- pro Jahr
  • Steuerberatungskosten in unbeschränkter Höhe
  • Spenden nach den Listen des BMF bis maximal 10% des laufenden Einkommens

Außergewöhnliche Belastung

Außergewöhnliche Belastungen sind bestimmte Aufwendungen und Ausgaben wenn diese außergewöhnlich sind, zwangsläufig erwachsen und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit wesentlich beeinträchtigen.

Was bedeutet das?

Außergewöhnlich

Ist eine Ausgabe dann, wenn die Belastung höher ist als jene der Mehrzahl der Steuerpflichtigen gleicher Einkommens- und Vermögensverhältnissen.

Zwangsläufig

Ein Aufwand ist zwangsläufig, wenn Sie sich aus tatsächlichen, rechtlichen oder sittlichen Gründen nicht entziehen können.

Wirtschaftliche Leistungsfähigkeit

Die außergewöhnliche Belastung beeinträchtigt die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, wenn der individuelle Selbstbehalt überschritten wird. Der Selbstbehalt ist nach den Einkommens- und den Familienverhältnissen abgestuft (siehe Tabelle weiter unter).
Bei bestimmten außergewöhnlichen Belastungen, z.B. bei Behinderungen ist kein Selbstbehalt zu berücksichtigen.

Einkommen Selbstbehalt
höchstens 7 300,00 € 6%
mehr als 7 300,00 € 8%
mehr als 14 600,00 € 10%
mehr als 36 400,00 € 12%

Daher ist der Selbstbehalt, bei einem jährlichen Einkommen von 25 000 €, 2 500 € (25 000 x 10% = 2 500) und nur Belastungen über 2 500 € können als außergewöhnliche Belastung geltend gemacht werden.

Der Selbstbehalt vermindert sich um je 1%, wenn ein Alleinverdiener- oder Alleinerzieherabsetzbetrag zusteht, sowie für jedes Kind, für das mehr als sechs Monate der Kinder- oder Unterhaltsabsetzbetrag zusteht. Auch vermindert sich der Selbstbehalt, wenn die Einkünfte des (Ehe-)Partners weniger als 6 000 € im Jahr betragen.

Typische Beispiele für außergewöhnliche Belastung sind:

  • Katastrophenschäden
  • auswärtige Berufsausbildung von Kindern
  • Mehraufwendungen für behinderte Kinder
  • Aufwendungen für die eigene Behinderung
  • Kinderbetreuungskosten für Kinder bis 10 Jahre bzw. behinderte Kinder bis 16 Jahre (bis 2 300 € pro Jahr und Kind)
  • außergewöhnliche Belastung mit Selbstbehalt zB Krankheits-, Medikamenten- und Zahkosten, Adoptionskosten, Diätverpflegung (Pauschalsätze), Pflegeheimkosten, künstliche Befruchung, Begräbnis- und Grabkosten (allerdings nur bei unzureichendem Nachlass)

Wir sind Ihnen natürlich gerne bei Ihrer Arbeitnehmerveranlagung behilflich.

Kontaktieren Sie uns einfach und unverbindlich.

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