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Steuerreform 2015/2016

Die „Steuerreform“ 2015/2016

Ob es sich bei der Steuerreform 2015/2016 wirklich um eine Reform handelt, ist fraglich, dennoch gibt es einige neue Punkte, die beachtet werden sollten.

Gleich vorweg, die Steuerreform wird erst im Jahr 2016 Inkrafttreten. Im Mai werden die ersten Gesetztensentwürfe im Detail vorliegen.

Hier folgt ein Überblick:

Die Steuersätze wurden geändert, statt bisher 4 Stufen gibt es nun 7 verschiedene Steuersätze. Siehe Tabelle:

Tarifmodell

Positiv zu berichten ist noch, dass mehrere Absetzbeträge erhöht wurden, für Kleinverdiener und niedrige Pensionen gibt es eine höhere Negativsteuer.

  • Der neue Absetzbetrag für DienstnehmerInnen beträgt €400,- pa. (derzeit €345,-).
  • Der neue Kinderabsetzbetrag beträgt €440,- pro Kind pro Jahr (derzeit €220,-)
  • Die neue Negativsteuer (Gutschrift) für DienstnehmerInnen die KleinverdienerInnen sind – das sind alle jene, die keine Lohnsteuer zahlen – beträgt bis zu €400,- pa. (derzeit €110,-).
  • Auch niedrige Pensionen sollen zukünftig eine Negativsteuer (Gutschrift) bis zu €110,- pa bekommen können.
  • Geringverdienende PendlerInnen sollen einen höheren Pendlerzuschlag erhalten.

Es soll weitere Maßnahmen zur Stärkung der Wirtschaft geben. z.B.

  • Erhöhung der Forschungsprämie von 10% auf 12
  • Erhöhung der steuerfreien MitarbeiterInnenbeteiligung von €1.460,- auf €3.000,-
  • Zuzugsbegünstigung für WissenschaftlerInnen und ForscherInnen
  • Ab 2018 sollen die Lohnnebenkosten gesenkt werden ua. durch Absenkung des Familienlastenausgleichsfonds

Wie soll die Steuerreform finanziert werden?

  • Erhöhung bei der Grunderwerbssteuer, insbesondere bei Schenkung und Erbschaft. Hier kann schon im Jahr 2015 Handlungsbedarf für Sie entstehen. Bisher wurde bei Übertragungen im Familienverband der 3-fache Einheitswert herangezogen, nun soll bei der Berechnung der Grunderwerbssteuer der üblicherweise deutlich höhere Verkehrswert angewandt werden.

grunderwerbssteuer neu

Tipp:

Daher sollte schon dieses Jahr geprüft werden, ob künftige  Übertragungen von Liegenschaften vorgezogen werden können. Die Übertragung kann zB durch Vorbehalt des Fruchtgenuss und/oder Wohnrechts sowie Belastungs- und Veräußerungsverbote abgesichert werden.

  • Erhöhung der Kapitalertragsteuer von derzeit 25% auf 27,5%. Daher erhöht sich die gesamte Steuerbelastung von ausgeschütteten Gewinnen bei Kapitalgesellschaften von derzeit 43,75% auf 45,625%
  • Erhöhung der Immobilienertragsteuer von derzeit 25% auf 30%

Sonstiges:

  • Streichung von einigen Sonderausgaben für ab 2016 neu abgeschlossene Verträge (freiwillige Kranken-, Unfall-, Pensions- und Lebensversicherungen). Weiters werden Ausgaben für Wohnraumschaffung und -sanierung im Rahmen der Sonderausgaben gestrichen.
  • Streichung des Bildungsfreibetrages bzw. der Bildungsprämie
  • Der Sachbezug von bestimmten Dienstautos steigt von 1,5% auf 2,0% der Anschaffungskosten. Es betrifft Autos mit einem CO² Ausstoß von zumindest 120 g/km. Tipp: Bei Anschaffung eines neuen Dienstautos überlegen Sie eventuell eines mit Elektromotors anzuschaffen, da für diese die Privatnutzung zukünftig steuerfrei sein soll.
  • Teilweise Erhöhung der Umsatzsteuer von 10% auf 13% (z.B. bei lebenden Tieren, Tierfutter, Pflanzen, Jugendbetreuung, Bäder, Museen, Kino und Theater, Hotelnächtigungen, …)

Und vor allem durch Betrugsbekämpfung:

  • Einführung der Registierkassenpflicht (ab einem Nettoumsatz von €15.000,- pa, bisher €150.000,- pa). Betriebe, die vorwiegend Barumsätze erzielen, fallen unter die neue Regelung. Ausgenommen sind zB HandwerkerInnen und Rauchfangkehrer, die in der Regel eine Rechnung ausstellen, oder EinzelunternehmerInnen, die Honorare legen. „Mobile Gruppen“, also etwa Friseure, Masseure oder Tierärzte, die auch Hausbesuche anbieten, müssen am Betriebsort eine Registrierkasse verwenden, in die sie die Umsätze der Hausbesuche nachträglich eingeben.
  • teilweise Streichung des Bankgeheimnisses für Unternehmen

Freundliche Grüße
Christine Hapala & Thomas Hapala

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